Sie hetzen von Termin zu Termin; der Zahnarzttermin für die Kinder ist überfällig; das Kostüm, das Sie am nächsten Tag benötigen, gammelt noch immer in der Putzerei vor sich hin; die Monatskarte für´ s Fitnessstudio, die Sie in einem Anfall von „jetzt muss ich was für mich tun!“ gekauft haben, verfällt ungenützt; die Auftragslage lässt zu wünschen übrig und die nächste Quartalsabrechnung der Sozialversicherung war vor einigen Tagen im Postkasten. Kommt Ihnen das bekannt vor ?
Haben Sie sich Ihr Leben so vorgestellt? Oder gehören Sie zu dem geringen Prozentsatz der berufstätigen Frauen, die sich auch Zeit für sich gönnen. Wenn ja, ich GRATULIERE!
Überlegen Sie einmal, wie Sie sich Freizeit schaffen könnten. Wie wäre es damit?
- Heute ein Termin hier – morgen da – und übermorgen wieder dort, wo Sie vor zwei Tagen waren. Was wäre, wenn Sie Termine, die in der gleichen Richtung liegen auf denselben Tag legen? Mit ein bisschen Einteilung ist dies zu schaffen. Sie sparen nicht nur Benzinkosten, sondern auch Ihre Nerven! Ich fahre zum Beispiel überhaupt nicht mehr mit dem Auto. Es ist mir generell zu stressig. Ich lege meine Termine so an, dass ich z.B. einen Tag Termine im achtzehnten Bezirk wahrnehme und an einem anderen Tag, die im ersten Bezirk.
- Termine für Ihre Kinder ließen sich, mit ein bisschen Bereitschaft zum „loslassen“, delegieren. Es schadet meines Erachtens nicht, wenn Kinder ab einem gewissen Alter lernen, Verantwortung sich selbst gegenüber zu tragen. Ich hatte das Glück, dass meine Tochter mitgespielt hat. Ich musste mich in der Vergangenheit weder um Ihre Arzttermine kümmern noch um Ihre Bewerbungen um einen Urlaubsjob. Je früher Kinder selbstständig agieren, umso besser für ihr Berufsleben. Oder gehören Sie zu den Müttern, die ihre Kinder sogar zum Tennisunterricht kutschieren?
- Nun zum Thema Fitnessstudio. Haben Sie sich eigentlich überlegt, ob ein Studio das Richtige für Sie ist? Sie würden sich viel lieber in der Natur bewegen. Warum tun Sie es dann nicht? Vielleicht weil Ihre Freundin lieber ins Studio geht? Erledigen Sie doch Termine, die in der Nähe eines Parks liegen, zu Fuß und schlendern Sie genüsslich durch diesen. Sie werden merken, wie gut das Ihrer Seele tut. Nicht viel Aufwand, dafür umso größere Wirkung. Ihr Geist wird frei, der Elan kommt zurück und, wenn Sie dies öfter tun, werden Sie ganz nebenbei fit. Apropos fit: wann haben Sie das letzte Mal die Stiege anstatt dem Lift benutzt? Alter Tipp – trotzdem noch wirksam!
- Am Wochenende schleppen Sie sich mühsam durch die Gegend? Eventuell gehören Sie zu den Frauen, die auch am Wochenende arbeiten, weil Sie sonst ein schlechtes Gewissen haben. Die Auftragslage ist nicht so gut, da kann ich doch nicht „faul“ sein. Falsch – gerade jetzt sollten Sie faul sein – sich erholen – neue Kraft schöpfen, damit Sie mit Elan die nächste Arbeitsflut bewältigen können. Ganz schlecht: bei schönem Wetter im Bett liegen oder vor dem Fernseher herum knotzen. Obwohl – so ab und zu faul vor der Glotze liegen, hat auch so seinen Reiz.
Besser: gehen Sie in die Natur! Bewegen Sie sich draußen – es muss ja nicht gleich joggen sein. Eine gemütliche Wanderung tut´ s auch. Die gleichmäßige und gegengleiche Bewegung von Armen und Beinen trainiert Ihre beiden Gehirnhälften, die ja selten genug koordiniert werden. Dies führt zu einer Leistungssteigerung Ihres Gehirns ebenso wie zur Durchblutung Ihrer Muskulatur, was wiederum zu mehr Fitness und Konzentrationsvermögen führt. Nehmen Sie Freunde mit und genießen Sie den Tag! -
Apropos Konzentration: Gehören Sie zu den Frauen, die gerade „dies“ tun und „das“ denken? Sind Sie nicht wirklich bei der Sache – soviel haben Sie zu tun und zu bedenken? Versuchen Sie, sich einer Sache „ganz oder gar nicht“ zu widmen. Sie werden im Laufe der Zeit bemerken, wie einfach, schnell und mit mehr Freude Ihnen die Arbeit von der Hand geht. Denken Sie bewusst daran, Gedanken fallen zu lassen, die nicht zu der gerade anstehenden Tätigkeit gehören. Übung macht den Meister…. äh, die Meisterin!
Hier ein kurzes Frage – Antwortspiel zwischen Meister und Schüler des Zen- Buddhismus:
"Tue, was Du tust!"
"
Was tust du eigentlich, um dich zu entspannen?" fragt der Schüler seinen Meister.
„Nichts" sagt der Meister.
„Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich und wenn ich laufe, dann laufe ich.“ „Aber das tun doch alle", sagt der Schüler darauf.
„Eben nicht!" lautet die Antwort des Meisters.
„Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon und wenn ihr lauft – dann seid ihr schon am Ziel.“
Nun noch ein paar Tipps zur Entspannung, wenn es schnell gehen soll und Sie beim besten Willen keine Auszeit nehmen können:
- Ziehen Sie sich 10 Minuten zurück, schließen Sie die Augen und stellen Sie sich folgende Dinge vor:
Ein Ort, an dem Sie sich so richtig wohl gefühlt haben – versuchen sie
diesen Ort in Erinnerung zu rufen, den Geruch, Menschen, die dabei waren,….
Das Netteste, das Ihnen jemand gesagt oder für Sie getan hat – versuchen Sie, sich in diese Situation zu versetzen.
Das Tollste, das Sie bisher erlebt haben – wie war das? Ihre bisher größte Leistung – dazu gehört auch die Geburt
eines Kindes und dessen Erziehung!
- Atmen Sie langsam ein, halten Sie Ihren Atem kurz an und atmen Sie danach langsam aus. Zählen Sie in jeder Phase
bis 8 bevor Sie zur nächsten wechseln!
- Einen goldenen Punkt vorstellen – das entspannt. Die Farbe gelb steht für: Sonne, Lebensfreude, Optimismus,
Kommunikation, belebt den Geist, macht kreativ und vertreibt kleine Tiefs; Zitronengeruch ist sehr zu empfehlen!
- Eine 8 malen: steht für Unendlichkeit und entspannt ganz toll!
- Und danach: recken und strecken und mit neuem Elan an die Arbeit gehen!
Denken Sie daran:
„Leave it, love it or change it!”
(„Wenn dir etwas nicht gefällt, dann verlasse die Situation, fange an, die Sache zu lieben oder ändere etwas".)
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